Vor einiger Zeit traf ich eine Bekannte in der Stadt. Sie erzählte mir: „In vier Wochen habe ich Klassentreffen. Gerade habe ich mir Augencreme gekauft. Ich sehe ja uralt aus.“

Vermutlich kennen viele Frauen diesen Gedanken. Kaum steht ein Klassentreffen oder ein Wiedersehen bevor, taucht fast automatisch die Frage auf: „Wie werde ich wohl auf die anderen wirken?“

Abgesehen davon, dass meine Bekannte nicht „uralt“ aussah, wurde hier ein Automatismus deutlich, dem viele Frauen unbewusst unterliegen. Sobald wir auf andere Frauen treffen, insbesondere, wenn wir uns lange nicht gesehen haben, fangen wir an, Vergleiche anzustellen. Und die betreffen oft nur das äußere Erscheinungsbild.

„Die ist ja dick, dünn, früh grau, faltig… geworden.“ Wir registrieren jede Kleinigkeit und prüfen, wie wir im Vergleich abschneiden.

Warum ist das so und warum ist das wichtig?

Es geht dabei selten nur um Falten oder graue Haare. Unbewusst stellen wir uns die Frage: Bin ich noch gut genug? Kann ich noch mithalten?

Wir sind in einem Wertesystem groß geworden, das auf Vergleich basierte. In unserer Erziehung hörten wir oft Sätze wie: Schau die die mal an. Nimm dir ein Beispiel an… oder auch Was sollen die Nachbarn sagen?

Wir mussten also nicht nur den Vergleichen untereinander standhalten, sondern auch noch denen der Eltern, Verwandten, Nachbarn …

Wenn jemand nicht den Werten der Eltern entsprach, gab es entsprechend negative Kommentare. Und in der Schule gehörten Bewertung und Vergleich zum System.

Gleichzeitig wurde uns Frauen durch die Werbung auch noch ein Schönheitsideal vorgegeben, das uns ganz subtil suggerierte, dass jeder Erfolg im Leben vom Aussehen abhing.

Wir haben gelernt, unseren eigenen Wert durch die Augen anderer zu betrachten. Vielleicht vergleichen wir uns deshalb bis heute fast automatisch.

Obwohl wir längst erwachsen sind und es eigentlich besser wissen müssten, reagieren wir oft noch nach den Maßstäben, die wir schon als junge Mädchen übernommen haben und knüpfen unseren Selbstwert noch immer an Äußerlichkeiten. 

Wollen wir wirklich weiterhin diesem Denkmuster folgen?

Der Werbeslogan „Weil ich es mir wert bin“ ist vielen von uns vertraut. Der Gedanke dahinter ist wichtig. Natürlich dürfen wir auf uns achten und uns etwas Gutes tun. Entscheidend ist jedoch, dass unser eigener Wert nicht davon abhängt, ob wir einem Schönheitsideal entsprechen.

Wir wissen, was wir geleistet haben. Wir wissen, was wir erreicht haben. Wir wissen, worauf wir stolz sein dürfen.

Erkennen wir das an. Erkennen wir uns selbst an. Denn unser Wert entsteht nicht durch den Vergleich mit anderen, sondern durch das, was uns wirklich ausmacht.

Hat dieser Gedanke etwas in Ihnen bewegt?
Wenn Sie herausfinden möchten, was Ihrem Leben wirklich entspricht, begleite ich Sie gern auf diesem Weg.

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